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Vierbeiniger Teenager? So kommst du mit deinem Hund durch die Pubertät

Plötzlich hört dein Hund nicht mehr auf dich, Signale scheinen spurlos an ihm vorbeizugehen, und aus dem süßen, anhänglichen Welpen ist ein eigenwilliger Teenager geworden? Herzlichen Glückwunsch: dein Vierbeiner steckt mitten in der Pubertät! Und ja, das kann manchmal ganz schön anstrengend sein.

 

Aber keine Sorge, du bist nicht allein! Wie beim Menschen ist auch die Pubertät deines Hundes nur eine Phase (die irgendwann vorbeigeht, versprochen!).

 

In diesem Artikel erfährst du, was genau in seinem Körper passiert, warum er manchmal so „vergesslich“ ist und wie du ihn in dieser turbulenten Zeit bestmöglich unterstützt. Also schnapp dir eine Tasse Kaffee, atme tief durch und finde heraus, wie du die Teenie-Zeit deines Hundes mit Gelassenheit und einer Prise Humor meisterst!

Wann beginnt die Pubertät und wie lange dauert sie? 

Die Pubertät deines Hundes beginnt je nach Rasse und individueller Entwicklung zwischen dem 6. und 12. Lebensmonat. Kleine Hunderassen treten meist früher in diese Phase ein, während größere Rassen oft etwas später dran sind. Der gesamte Prozess kann sich bis zum 24. Monat hinziehen, allerdings verändert sich das Verhalten nicht von heute auf morgen, sondern schrittweise.

 

Es gibt keine klar definierte „Endstation“ der Pubertät. Vielmehr reift dein Hund körperlich und geistig nach und nach heran. Während dieser Phase können sich seine Impulskontrolle, Konzentrationsfähigkeit und soziale Interaktion stark verändern. Manchmal fühlt es sich an, als wäre dein einst folgsamer Welpe plötzlich ein rebellischer Teenager.

Was passiert im Organismus des Hundes?

Während der Pubertät verändert sich der Hormonhaushalt deines Hundes drastisch. Testosteron (bei Rüden) und Östrogen (bei Hündinnen) steigen sprunghaft an, was nicht nur die Fortpflanzungsfähigkeit, sondern auch das Verhalten beeinflusst. Gleichzeitig reift das Gehirn weiter, insbesondere der Bereich für Impulskontrolle und logisches Denken. 

 

Diese Umbauprozesse führen dazu, dass dein Hund in dieser Zeit empfindlicher auf Reize reagiert, impulsiver handelt und gelegentlich bereits erlernte Signale „vergisst“. Das bedeutet aber nicht, dass er dich absichtlich ignoriert. Sein Gehirn verarbeitet Informationen einfach anders als zuvor.

 

So beeinflussen diese Veränderungen das Verhalten

Viele Hundebesitzer stellen fest, dass ihr Vierbeiner in der Pubertät unsicherer oder ängstlicher auf Dinge reagiert, die ihm zuvor nichts ausgemacht haben. Ein weiteres häufiges Phänomen ist das sogenannte „Selective Hearing“ . Dein Hund scheint plötzlich nicht mehr auf Rückrufe zu hören oder ignoriert bekannte Signale.

 

Auch das Bedürfnis nach Unabhängigkeit steigt. Dein Hund erkundet seinen Freiraum neu, um seinen Platz im sozialen Gefüge zu definieren. Dabei handelt er nicht aus Trotz, sondern weil seine Wahrnehmung und sein Verhalten sich durch die hormonellen und neurologischen Veränderungen neu justieren. 

Wieso kann er sich schlechter konzentrieren oder wirkt aufmüpfiger?

Pubertierende Hunde sind oft leicht ablenkbar, weil ihr Gehirn neue Reize intensiver verarbeitet. Vielleicht stellst du fest, dass dein Hund mitten im Training plötzlich von einem Schmetterling fasziniert ist und dein Signal überhört. Das geschieht nicht aus Absicht, sondern weil sein Gehirn gerade andere Prioritäten setzt.

 

Das scheinbar „aufmüpfige“ Verhalten ist in vielen Fällen einfach eine Folge dieser Veränderungen. Dein Hund reagiert spontaner und impulsiver als zuvor. Wichtig ist jetzt eine konsequente, aber geduldige Führung, die ihm Sicherheit gibt. 

Sind sich Hunde und Kinder da ähnlich?

Die Parallelen zwischen Hund und Mensch sind erstaunlich: Beide erleben hormonelle Umstellungen, Stimmungsschwankungen und eine Phase der Rebellion.

 

Genau wie Teenager hinterfragen pubertierende Hunde Autoritäten und testen Regeln aus. Mal ist dein Hund anhänglich und verschmust, dann wieder völlig abwesend oder gereizt. Das liegt nicht daran, dass er dich weniger mag. Sein Gehirn verarbeitet einfach gerade viele neue Eindrücke.

So unterstützt du deinen Hund

Während der Pubertät braucht dein Hund vor allem eines: Geduld und klare Orientierung. Konsequenz ist jetzt wichtig, aber bitte ohne Härte oder Strafen. Erziehung funktioniert in dieser Phase am besten mit positiver Verstärkung und festen Routinen.

Das hilft deinem Hund:

  • Klare Regeln und Rituale beibehalten, um Sicherheit zu vermitteln.
  • Geduldig bleiben, wenn er Signale „vergisst“.
  • Gezielte Beschäftigung anbieten, um überschüssige Energie sinnvoll zu lenken.
  • Soziale Bindung stärken, auch wenn er sich manchmal distanziert verhält.

Das solltest du vermeiden:

  • Übermäßige Strenge oder Strafen, die Unsicherheiten verstärken.
  • Überforderung durch zu hohe Trainingsansprüche, lieber kurze, motivierende Einheiten.
  • Widersprüchliche Regeln, die deinen Hund verwirren.

Mit Liebe, Geduld und einer klaren Linie kannst du deinem Hund helfen, diese turbulente Phase gut zu überstehen.

 

Fazit: Pubertät ist keine Dauerkrise

Die Pubertät deines Hundes ist eine herausfordernde, aber völlig normale Entwicklungsphase. Dein Hund erweitert seinen Freiraum, wirkt manchmal zerstreut oder rebellisch. Ncht, um dich zu ärgern, sondern weil sich sein Gehirn verändert.

 

Mit liebevoller Konsequenz, festen Strukturen und positiver Verstärkung kannst du ihn in dieser Zeit optimal unterstützen. Wichtig ist, nicht in Frustration zu verfallen, sondern geduldig zu bleiben. Denk daran: Diese Phase geht vorüber, und am Ende wirst du mit einem ausgeglichenen, erwachsenen Hund belohnt, der dank deiner Unterstützung eine starke Vertrauensbasis zu dir hat. 

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